CertiAcademyHPP Prüfungsvorbereitung

Klassifikation · Stand 2026

ICD-10 oder ICD-11: Was HPP-Prüflinge 2026 wirklich wissen müssen

Die ICD-11 ist international in Kraft, ihre Einführung in Deutschland ist jedoch ein mehrstufiger Prozess. Für HPP-Prüflinge ist deshalb eine klare Trennung wichtig: Was gilt heute offiziell, was befindet sich in Entwicklung – und was sollte bereits zur fachlichen Orientierung gelernt werden?

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Der belegbare Stand: ICD-10-GM 2026 ist verfügbar, die deutsche ICD-11-Einführung läuft

Das BfArM veröffentlicht die ICD-10-GM Version 2026 als amtliche deutsche Diagnoseklassifikation. Parallel beschreibt das Institut für die ICD-11 weiterhin Übersetzung, fachliche Abstimmung, Anpassung und technische Einführung als laufende Aufgaben.

In den von uns geprüften amtlichen HPP-Quellen findet sich kein bundesweit verbindlicher Termin, ab dem sämtliche schriftlichen und mündlichen HPP-Überprüfungen ausschließlich nach ICD-11 erfolgen. Aussagen über feststehende Umstellungsjahre wären deshalb spekulativ. Maßgeblich bleiben die aktuellen Unterlagen und Hinweise Ihres zuständigen Gesundheitsamtes.

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ICD-11 ist mehr als eine neue Nummernliste

Das Kapitel zu psychischen, Verhaltens- und neurologischen Entwicklungsstörungen wurde neu strukturiert. Die WHO stellt dafür eigene klinische Beschreibungen und diagnostische Anforderungen bereit. Neue oder eigenständig gefasste Störungsbilder, veränderte Gruppierungen und stärker dimensionale Beschreibungen bedeuten, dass einfache Eins-zu-eins-Tabellen zwischen alten und neuen Codes häufig zu kurz greifen.

Ein gut belegtes Beispiel ist die Gaming Disorder, die in der ICD-11 als Störung aufgrund abhängigen Verhaltens geführt wird. Für die Prüfungsvorbereitung ist aber entscheidender, klinische Merkmale, Beeinträchtigung, Dauer, Differenzialdiagnosen und Gefahreneinschätzung zu verstehen, statt lediglich neue Codes auswendig zu lernen.

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Die sichere Lernreihenfolge für 2026

So bleiben Sie für heutige Aufgaben anschlussfähig und verstehen zugleich die fachliche Entwicklung. Diese Doppelperspektive ist sinnvoller als entweder die ICD-11 vollständig zu ignorieren oder die ICD-10 vorzeitig aus dem Lernplan zu streichen.

  • Den von Ihrer Behörde verwendeten aktuellen Prüfungsrahmen und deren Merkblätter zuerst prüfen.
  • ICD-10-GM-Begriffe, Systematik und prüfungsrelevante Störungsbilder sicher beherrschen.
  • ICD-11-Begriffe dort ergänzen, wo Benennungen, Gruppierungen oder diagnostische Konzepte abweichen.
  • Keine ungeprüften Code-Umrechnungstabellen als alleinige Lernquelle verwenden.
  • Diagnostische Merkmale stets mit Differenzialdiagnosen, Risiken und rechtlichen Grenzen verbinden.
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Drei typische Fehler bei der ICD-Vorbereitung

Auch in der mündlichen Überprüfung überzeugt nicht die längste Codeliste. Erwartet wird eine fachlich geordnete Beurteilung, die gefährliche Verläufe erkennt, körperliche Ursachen mitdenkt und die eigenen heilkundlichen Grenzen beachtet.

  • Codewissen mit klinischem Verständnis verwechseln: Eine Nummer ersetzt keine Anamnese und keine Differenzialdiagnose.
  • Jede ICD-10-Diagnose einer einzelnen ICD-11-Nummer zuordnen: Struktur und Kriterien können sich verändert haben.
  • Private Kursunterlagen für verbindlicher halten als aktuelle Behörden- und Originalquellen.
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Was Sie vor Ihrem Prüfungstermin konkret klären sollten

Prüfen Sie das aktuelle Merkblatt des zuständigen Gesundheitsamtes und fragen Sie bei Unklarheiten schriftlich nach, welche Klassifikationsfassung oder Terminologie erwartet wird. Bewahren Sie die Antwort zusammen mit Ihren Prüfungsunterlagen auf. Regionale oder zeitliche Änderungen lassen sich so zuverlässiger berücksichtigen als über allgemeine Social-Media-Aussagen.

CertiAcademy kennzeichnet die in der Vorbereitung verwendete Terminologie und aktualisiert Inhalte anhand belastbarer Quellen. Eine solche Aktualisierung ist dennoch kein Ersatz für die unmittelbar vor dem Termin erforderliche Kontrolle der örtlichen Vorgaben.

Quellen

Amtliche Quellen und Aktualität

Die Angaben wurden am 27. August 2026 geprüft. Verbindlich bleiben immer die aktuellen Vorgaben des für Sie zuständigen Gesundheitsamtes.

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-GM Version 2026Amtliche deutsche Fassung der ICD-10-GM 2026, Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen.
  2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Aspekte der Einführung der ICD-11Offizieller Überblick zum laufenden Übersetzungs-, Abstimmungs- und Einführungsprozess in Deutschland.
  3. World Health Organization (WHO): Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disordersWHO-Referenz zu den klinischen Beschreibungen und diagnostischen Anforderungen des ICD-11-Kapitels zu psychischen Störungen.
  4. Freie und Hansestadt Hamburg, Sozialbehörde: Hinweise zur Kenntnisüberprüfung nach dem Heilpraktikergesetz – PsychotherapieAmtliches Merkblatt, Stand März 2026, zu Ablauf, Dauer, Bestehensgrenze und Prüfungsinhalten.
  5. Bundesministerium für Gesundheit: Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärterinnen und -anwärternBundesweite Grundlage für die Gefahrenabwehr und die inhaltliche Ausrichtung der Kenntnisüberprüfung.